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Buchempfehlungen vom 19.07.2001
Ungeordnet und dennoch wahr!
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(vom 17.03.2001)

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Ambrose Bierce
Des Teufels Wörterbuch

Intimität: Beziehung, in die Narren zu ihrer gegenseitigen Zerstörung gezogen werden.

Philosophie: Strecke mit vielen Wegen, die von Nirgendwo nach Nichts führen.

Ultimatum: In der Diplomatie: Letzte Forderung, bevor man Zuflucht zu Zugeständnissen nimmt.

Undsoweiter. Knapper, besser, sarkastischer geht's nicht.

Franz Kafka
Tagebücher

Das ist nun ein erstaunlicher Einblick in die inneren Rädchen eines schreibenden modernen Individuums; man zieht gewiß einigen Gewinn daraus, aber den zu beziffern steht uns an dieser Stelle nicht an.

Carl J. Burckhardt
Richelieu

Dieses Buch gliedert sich in drei Teile, zwischen deren Entstehung Jahrzehnte liegen. Des Historikers Lebensbegleiter, den in den seinerzeitigen internationalen wie nationalen Verstrickungen Gefangenen kennenzulernen großes Vergnügen bereitet. Freilich benötigt man für dieses mehr als 1000seitige Werk einige Ausdauer.

Ryszard Kapuscinski
Der Fußballkrieg

Ich bekenne, daß ich dieses Buch, seit ich es entdeckt habe, jedes Jahr erneut gelesen habe. Diese Reportagen aus der Dritten Welt der 60er, 70er Jahre gehören gewiß zum Besten, was in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geschrieben wurde. Sie sind lebendig, farbig, plastisch und kommen ohne alles Gutmenschentum aus.

Evelyn Waugh
Eine Handvoll Staub

Endlich wieder erhältlich. Merkwürdig, daß es immer wieder die Engländer sind, Angehörige eines seit jeher schrulligen Völkchens, die die Menschen durchleuchten und messerscharf ergründen. Daß dies von größtem Witz und zugleich von größter Tragik ist, ist da auch nicht mehr weiter verwunderlich.

Sören Kierkegaard
Entweder - Oder

Philosophie ohne Philosophie. Schreiblust, locker dahingeworfene Erkenntnisse. Das "Tagebuch eines Verführers" neben dem "Musikalisch-Erotischen". Dieses Werk kann man lesen, ohne den Mund dabei zu schließen, denn dieser bleibt vor Staunen offenstehen. Und dies alles schon vor Generationen verfaßt! Nicht zu glauben!

Georges Simenon
Das Testament Donadieu

Simenon, der Schnell- und Vielschreiber, der die Niederschrift seiner Romane lange im voraus plante und in einen Terminkalender eintrug, hat etliche Meisterwerke hervorgebracht. "Das Testament Donadieu" ist eine Familiensaga, also die Geschichte eines Untergangs. Und von Untergängen zu lesen ist immer wieder herrlich.

F. Scott Fitzgerald
Zärtlich ist die Nacht

Schlecht verfilmt, doch ein echter Leseklassiker. Die Erfindung des Jazz-Zeitalters und die Vorführung diverser Arten, sich gekonnt und endgültig zu vernichten. Die Zeit als Instrument der Auslöschung. Und die Liebe, wie sie kommt und zuletzt nichts mehr von ihr zu retten ist. Große Literatur!

Cornell Woolrich
Der schwarze Vorhang

Frank Townsend hat einen kleinen Unfall, geht weiter und stellt fest, daß ihm ein paar Jahre fehlen. Er erinnert sich an nichts. Und er wird verfolgt. Der Erfinder der "Schwarzen Serie" Hollywoods hier mit einem weiteren Alptraum. Auf Woolrichs Autobiographie, die seit Jahrzehnten unter Verschluß liegt, warte ich seit langem vergeblich.