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Buchempfehlungen vom 17.03.2001
Ungeordnet und dennoch wahr!
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Man kann also gleich bestellen, ein lustiger Vorgang, der auch einige Taler in die absurd-Kasse spült.

Marcel Proust
Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Nach der Lektüre dieses Romanwerkes ist man angeblich nicht mehr derselbe wie vorher. Wer ist man dann? - Diese Bücher sind keine Bücher, sondern eine Lebensaufgabe.

Johann Wolfgang von Goethe
Die Leiden des jungen Werthers

Nach wie vor ungeschlagen und immer wieder schön zu lesen. Auch viele Generationen später gibt es keine vergleichbare und mitreißendere Analyse der fehlgeleiteten Liebe. Allerdings ist es lohnenswert, auch die Walt-Disney-Adaption in den LTB zum Vergleich heranzuziehen.

Charles M. Schulz
50 Jahre Peanuts

Dieser Luxusband krankt zwar an einer manchmal etwas merkwürdigen Übersetzung, macht sich aber in jeder Bibliothek sehr gut, nicht nur wegen seines Formats! Wir erleben die Nicht-Entwicklung einer depressiven Kinderschar in höchster Perfektion.

Evelyn Waugh
Wiedersehen mit Brideshead

Es ist Krieg. Der Erzähler, Charles Ryder, ist auf einem alten Gut stationiert, das er aus besseren Tagen kennt. Er erinnert sich an die Familie, die hier wohnte, seine Freunde, seine Liebe. Wie gesagt: es ist Krieg.

Evelyn Waugh
Der Knüller

Lange Zeit habe ich einen Bogen um Waugh gemacht, weil ich dachte, Evelyn Waugh sei eine Frau. Dann fand ich ihn in irgendeinem Text mit männlichen Personalpronomen ausgestattet und kaufte mir "Der Knüller". Der Verfasser einer Waldtier-Kolumne wird zufällig Kriegsberichtreporter in Afrika. Zum Schreien komisch!

Saint-Rene Taillandier
Heinrich IV.

Sehr kluge Biographie des Hugenotten Heinrich von Navarra, der aus einem weitgehend demoralisierten und verarmten Frankreich die "Grande Nation" formt und privat von seinen Herzensdamen malträtiert wird. Diese Biographie ist 70 Jahre alt und stammt von einer Dame, die wirklich gut schreiben kann.

Ford Madox Ford
Die allertraurigste Geschichte

Ein erstaunliches Buch, das ich in einem Kurzurlaub entdeckt habe. Große englische Literatur mit hintergründigem Witz und echter Tragik. Die Person des Erzählers erscheint durch seine Erzählung in einem durchaus schrägen Licht. Eine Geschichte von Ehebruch, Liebe und Begierde unter einer makellosen Oberfläche.

Raymond Carver
Würdest du bitte endlich still sein, bitte

Gegenbeispiel für die These, Kurzgeschichten seien in Deutschland unverkäuflich. Dieses Buch ist nämlich ein echter Hit, dabei sind die Personen grau und die Geschichten klein und belanglos. Hier ein Besuch, da ein paar zufällige Begegnungen. Allerdings gibt es kaum Lakonischeres in der Literatur.

Ulrich Horstmann
Das Untier

Fast 20 Jahre altes Buch, das heute vermutlich indiziert würde. Horstmann begreift die Kulturgeschichte als zunehmende Verdrängung des Gefühls der Fremdheit des Menschen, der eben kein Tier ist und darum nur ein Ziel haben kann (und soll): die Auslöschung seiner Gattung.